Weißburgunder

Weißburgunder ist durch Mutation aus Grau- und Blauburgunder entstanden und somit eng mit diesen verwandt. Wie die Burgunderfamilie insgesamt, so dürfte auch der Weißburgunder aus dem Burgund stammen. Die Sorte wird erstmals im 14. Jh. urkundlich erwähnt. Angebaut wird Weißburgunder derzeit in Deutschland bei ca. 1800 ha, in Frankreich auf etwa 1600 ha und in Österreich auf ca. 1900ha. Darüber hinaus in vielen Weinbauländern der Welt vertreten, so in Tschechien, Slowenien, Norditalien, Chile und Kalifornien. Die DOC.Anbaufläche in Südtirol beträgt derzeit 542 ha.

 

Lagen und Bodenansprüche: Weißburgunder hat kein ausgeprägtes Sortenbukett. Nebeb fein.fruchtigen Aromanoten prägen vor allem die Fülle und eine pikante Säure den Weintyp. Es ist daher wichtig, dass die Trauben zur Ernte bei hohen Zuckerwerten auch ausreichend hohe Säuregehalte von mindestens 7 g/l aufweisen. Im Vergleich zur Sorte Chardonnay baut Weißburgunder während der Reifephase die Säure deutlich schneller ab und erlangt daher meist ein tieferes Säureniveau. Gut exponierte Lagen unter 400-450 m Meereshöhe sind in Südtirol daher durchwegs zu warm und für den Anbau dieser Sorte ungeeignet. Wird die Spaliererziehung gewählt, so sind tendentiell noch höhere Lagen zu empfehlen, da bei dieser Erziehungsform die Säure in der Ausreifungsphase stärker abfällt als bei der Pergelerziehung. Leichte, sandige Böden sind vor allem in wärmeren Lagen zu vermeiden.

 

Sorteneigenschaften und Erziehung: Im Vergleich zu Chardonnay neigt Weißburgunder zu deutlich schwächerem Wachstum und zu höheren Erträgen. Vor allem in Junganlagen sind selbst auf schlecht entwickelten Trieben nicht selten 3 Trauben vorhanden. Ein ausgeglichenes Blatt-Fruchtverhältnis lässt sich daher oft nur durch Ausdünnen erreichen. Weißburgunder eignet sich für Pergel- und Spaliererziehung. Sowohl Ruten- als auch Zapfenschnitt sind möglich. Wie bei allen Burgundersorten ist eine Neigung zu flachem Triebwachstum erkennbar. Um stärkeren Fäulnisbefall vorzubeugen, ist auf eine lockere Triebanordnung, das Vermeiden von Verdichtungen im Blattwerk und das zeitige Freistellen der Trauben zu achten.

 

Krankheitsanfälligkeit: Die Anfälligkeit für Peronospora und Oidium ist eher unterdurchschnittlich. Hauptproblem der Sorte ist die starke Botrytisanfälligkeit. Die sehr kompakten Trauben trocknen nach Niederschlägen nur langsam aus. Bei anhaltend ungünstiger Witterung können sich Fäulnisherde rasch ausbreiten und große Traubenteile erfassen.

 

(Quelle: Neuanlagen im Weinbau, des Südtiroler Beratungsringes für Obst- und Weinbau)