Ruländer

Die Sorte stammt aus dem Burgund in Frankreich und ist mit größter Wahrscheinlichkeit durch Knospenmutation aus dem Blauburgunder entstanden. Zusammen mit dem Weiß- und Blauburgunder bildet sie eine Familie. Im deitschen Sprachraum ist die Sorte unter dem Namen "Ruländer" und "Grauer Burgunder" bekannt, im französischen gilt die Bezeichnung "Pinot Gris" und im italienischen "pinot grigio". Die DOC-Anbaufläche in Südtirol beträgt derzeit ca 250 ha.

 

Lagen und Bodenansprüche: Die Sorte gedeiht am besten in tiefgründigen, warmen, kräftigen Böden. Zu den geeigneten Standorten zählen Tal- und leichte Hanglagen. Auch in höheren Lagen bringt der Ruländer bemerkenswerte Ergebnisse mit leicht fruchtigeren Weinen. Aufgrund seiner starken Fäulnisempfindlichkeit sollte der Ruländer nur in luftigen Zonen gepflanzt werden.

 

Sorteneigenschaften und Erziehung: Das Blatt ist mittelgroß, schwach dreilappig mit einer v-förmigen, offenen Stielbucht. Die Traube ist mittelgroß, walzenförmig und engbeerig. Nur durch eine gute Laubarbeit und eine exakte Botrytisbekämpfung kan der hohen Fäulnisgefahr entgegengewirkt werden. Zudem ist für das Erreichen von optimaler Qualität eine Ertragsregulierung (Traubenausdünnung) unbedingt notwendig. Die Sorte zeigt einen mittelstarken,aufrechten Wuchs. Der Austrieb und die Blüte erfolgt spät. Der Ruländer ist stark frostempfindlich. Die Sorte reift kaum früher als der Weißburgunder. Der Ruländer eignet sich seht gut für die Spaliererziehung. Aufgrund seiner guten Fruchtbarkeit kann auch auf Zapfen geschnitten werden.

 

Krankheitsanfälligkeit: Geringe Anfälligkeit gegenüber Peronospora und Oidium. Aufgrund seiner Engbeerigkeit besonders empfindlich gegenüber Botrytis. Bei anhaltend feuchter Witterung während der Traubenreife breitet sich die Fäulnisherde sehr rasch aus.

 

(Quelle: Neuanlagen im Weinbau, des Südtiroler Beratungsringes für Obst- und Weinbau)