Goldmuskateller

Als Goldmuskateller bezeichnen wir den in Südtirol heimischen gelben Muskateller, der schon seit längerer Zeit angebaut wird. Neben dem gelben finden wir besonders in der Bozner Gegend vereinzelt den weißen oder grünen Muskateller, der auch Pfefferer genannt wird.

Laut Untersuchungen von F. Regner, Klosterneuburg, handelt es sich bei Goldmuskateller und dem sog. Pfefferer um dieselbe Sorte. Vermutlich handelt es sich in beiden Fällen um den "italienischen, grüngelben Muskateller". Der gelbe Muskateller ist vermutlich in Südtirol im vorigen Jahrhundert verändert worden.

Der Muskateller gehört sicher zu den ältesten Rebsorten und ist wegen seiner starke Duftnote in den meisten Weinbaugebieten der Welt zu finden. Es gibt deshalb eine Vielzahl von Muskatellerreben, die im Wein etwas verschieden sind, aber immer den Muskatton aufweisen. Die Sorte wird in den einzelnen Ländern unterschiedlich benannt und hat daher eine Vielzahl von Synonymen.

 

Lagen- und Bodenansprüche: Goldmuskateller sollte nur in guten, warmen Lagen gepflanzt werden. Er bevorzugt leichte, nicht zu fette, aber ausreichend mit Nährstoffen versorgte Böden. Er reagiert sehr schnell bei niedriger Bor- und Magnesiumversorgung.

 

Sorteneigenschaften und Erziehung: Die Rebe treibt spät aus und wächst sehr stark. Bei ungünstigem Blühwetter verrieselt sie teilweise sehr stark. Die Blätter sind groß, stark gelappt und der Blattrand ist spitz gesägt. Die Trauben sind groß, mit runden Beeren und locker. Die Traubenreife setzt sehr spät ein und wird dementsprechend auch als letzte Sorte gelesen. Der Ertrag ist mittelmäßig. Bei starkem Ansatz ist ein Traubenausdünnen notwendig, damit die Mindestanforderungen an die Weinqualität erreicht werden. Die Holzreife setzt sehr spät ein.

Der Muskateller ist bezüglich der Erziehungsform sehr anpassungsfähig. Bei Spaliererziehung sollte man eine Mindestlaubwandhöhevon 1,3 m anstreben, um genügend Blätter zu haben. Die Sorte verlangt einen etwas längeren Schnitt. Für Zapfenschnitt ist sie nicht geeignet, da die Triebe der Basalaugen meist keine Gescheine bringen.

 

Krankheitsanfälligkeit: Bei nasser Witterung während der Blüte kann die Botrytis zu zusätzlichem Ausfall führen. Gegenüber Peronospora und Oidium besteht keine erhöhte Anfälligkeit.

 

(Quelle: Neuanlagen im Weinbau, des Südtiroler Beratungsringes für Obst- und Weinbau)