Gewürztraminer

Über die Herkunft dieser alten Kultursorte gibt es unterschiedliche Aussagen. Dem Namen nach dürfte die Ortschaft Tramin als Heimatort gelten. In Südtirol sind um die 200 ha mit Gewürztraminer bepflanzt. Die Hauptanbaugebiete liegen im Südtiroler Unterland. In Deutschland gelten neben "Gewürztraminer" die Bezeichnungen "Traminer" oder "roter Traminer", in Frankreich wird die Sorte "Gewürztraminer",  "traminer aromatique" oder "Traminer parfumé" genannt und in Italien spricht man vom "Traminer aromatico" oder "Termeno aromatico".

 

Lagen- und Bodenansprüche: Der Gewürztraminer ist sehr anspruchsvoll und gedeiht am besten in luftigen Hanglagen zwischen 300 bis 600 m Meereshöhe. Schwere, kalkhaltige Lehmböden mit viel Sonneneinstrahlung sind besonders geeignet. In tiefen Lagen werden zwar hohe Zuckergrade erreicht, die Säurewerte liegen aber meist tief und auch das feine, würzige Aroma kommt nicht zur Geltung. Damit die Aromastoffe richtig zum Ausdruck kommen, ist eine gute Besonnung der Trauben notwendig.

 

Sorteneigenschaften und Erziehung: Das Blatt ist klein, oftmals breiterals lang, dreilappig, stumpf gezähnt mit einer v-förmigen bis geschlossenen Stielbucht. Die Triebe sind engknotig, mit schwach ausgebildeten Ranken und einer mittleren bis starken Geiztriebbildung. Die Traube ist mittel bis klein und ziemlich dichtbeerig.

Der Austrieb erfolgt früh. Die Sorte neigt bei ungünstiger Witterung während der Blüte zum Ausrieseln. Die Reife ist später als beim Weißburgunder. Ertragsmäßig liegt der Gewürztraminer eher tief, wobei jahrgangsbedingt mit Schwankungen zu rechnen ist.

Die Sorte ist sehr wuchskräftig. In kalkhaltigen Böden ist bei der Unterlagenwahl ihre starke Chloroseanfälligkeit zu berücksichtigen. Der Gewürztraminer ist für die Spaliererziehung gut geeignet. Aufgrund der geringen Fruchtbarkeit ist die Sorte nicht für den Zapfenschnitt geeignet.

 

Krankheitsanfälligkeit: Gewürztraminer ist besonders anfällig für Stielfäule und Gescheeinsbotrytis. Sehr empfindlich gegenüber Stiellähme und Chlorose. Die Sorte zeigt unter allen Sorten die höchste Sensibilität gegenüber Holzkrankheiten.

 

(Quelle: Neuanlagen im Weinbau, des Südtiroler Beratungsringes für Obst- und Weinbau)