Chardonnay

Der Chardonnay stammt aus Frankreich. Früher wurde Chardonnay der Burgunderfamilie zugeschrieben. Auch in Südtirol wirde der Cahrdonnay als Mutation des Weißburgunders betrachtet und als "Gelber Weißburgunder" bezeichnet. Weißburgunder und Chardonnay sind als Weine zwar ähnlich, ampelographisch unterscheiden sich die Sorten aber deutlich voneinander. Der Chardonnay ist in allen wichtigen Weinbauländern der Welt vertreten. In Südtirol sind etwa 400 ha mit Chardonnayreben bestockt. Das Hauptanbaugebiet ist in den Tallagen des Unterlandes, ansonsten ist die Sorte im ganzen Südtiroler Weinbaugebiet verstreut zu finden.

 

Lagen- und Bodenansprüche: Die Sorte Chardonnay eignet sich für warme Lagen bis etwa 500 m Meereshöhe. Aufgrund ihrer Blühempfindlichkeit sollte sie nicht in hohen Lagen gepflanzt werden. Der Boden sollte tiefgründig, aber nicht alzu schwer sein. Böden mit hohem Kalkgehalt erbringen zwar gute Chardonnayweine, die erhöhte Sortenempfindlichkeit gegenüber Kalkchlorose muss aber im Auge behalten werden. Chardonnay ist auch für den Sektgrundweinanbau gut geeignet. Sie gehört zu den mäßig wachsenden Sorten. Für gute Böden sollte die Sorte auf mittelstark wachsende, für arme Böden auf stark wachsende Unterlagen gepfropft werden.

 

Sorteneigenschaften und Erziehung: Chardonnay hat mittelgroße, leicht gepackte bis lockere Trauben. Die Beeren sind etwas kleiner als beim Weißburgunder. Die Wuchskraft ist mäßigund das Triebwachstum flach. Ranken und Geiztriebbildung sind gering. Sie reift etwas früher als der Weißburgunder. Chardonnay kann bei kühlfeuchtem Blühwetter stark ausrieseln. Chardonnay ist für Spalier und Pergel gut geeignet. Wird ein Ertragsziel von 120 dt/ha und mehr gewünscht, ist die Pergl als Erziehungsform zu wählen. In Spalieranlagen ist die Erziehung auf Halbbogen angeraten, um den oft schlechten Austrieb im Mittelteil des Triebes auszugleichen. Chardonnay kann auch auf Zapfenkordon geschnitten werden.

 

Krankheitsanfälligkeit: Die Krankheitsanfälligkeit von Chardonnay ist gegenüber dem Peronosporapilz mäßig und gegenüber Oidium mittel. Von Gescheinsbotrytis kann die Sorte bei ungünstiger Witterung stark befallen werden. Die Botrytisgefahr im Herbst ist als mittel einzustufen. Die Sorte ist empfindlich für Chlorose und reagiert schnell auf Magnesiummangel.

 

(Quelle: Neuanlagen im Weinbau, des Südtiroler Beratungsringes für Obst- und Weinbau)