Vernatsch

Seinen Eigenschaften entsprechend könnte Vernatsch nach heutigen Erkenntnissen aus dem östlichen Mittelmeerraum stammen. In Südtirol wurde die Sorte im 16. Jh. erstmals erwähnt. Von hier soll Vernatsch im 17. Jh. nach Württemberg gebracht worden sein, wo er heute unter der Bezeichnung "Trollinger" eine Anbaufläche von ca. 2500 ha einnimmt. In Südtirol liegt die DOC-Anbaufläche der Sorte Vernatsch bei 2.200 ha (sinkend).

 

Lagen- und Bodenansprüche: Vernatsch eignet sich für Hang- und Hügellagen bis zu einer Meereshöhe von 450 m, in sehr gut exponierten Lagen bis maximal 500 m ü.d.M. Ungeeigneter sind Tallagen, alle Lagen bzw. Böden, welche mastiges Wachstum bedingen und höhere Lagen mit stärkerer Beschattung bzw. unterdurchschnittlicher Wärmeeinstrahlung. NIcht geeignet sind weiters sehr leichte, sandige, warme Böden in der Nähe der Talsohle, da Vernatsch auf diesen Standorten zu Farb- und Säurearmut neigt. Für genauste Informationen über die Eignung von Vernatsch auf ihrem Boden können sie sich beim Betrieb Melden.

 

Sorteneigenschaften und Erziehung: Vernatsch ist eine ertragreiche Sorte mit kräftigem Wachstum. Traditionell wird Vernatsch in Südtirol auf Pergl gezogen. Auf Spaliererziehung scheint die Sorte laut bisherigen Erfahrungen nur bei sehr mäsigem Wachstum und in der Folge eher unterdurchschnittlichener Traubengröße zu entsprechen. Bei Erträgen bis maximal 100 dt/ha ist auf Spalier eine visuell ansprechende Qualität und ein entsprechendes Zucker- Säureverhältnis zur Reife erreichbar. Höhere Erträge führen zu schwacher Farbausbildung , vermehrtem "Blitzerauftreten" und auch zum Abknicken ganzer Trauben während der Reifephase. Die Spaliererziehung scheint für Vernatsch daher am ehesten in trockenen und kargen Hanglagen in Frage zu kommen. Der kleintraubigere Tschaggelevernatsch bringt auf Spaliererziehung meist zu niedrige Erträge. Derzeit gibt es immer mehr Bauern die versuchen Vernatsch auf Spalier anzubauen, mit unterschiedlichem Erfolg.

 

Krankheitsanfälligkeit: Bezüglich der Krankheitsanfälligkeit bestehen vor allem zwei Probleme, zum einen die ausgeprägte Anfälligkeit für Oidium und zum anderen die Neigung zu "Blitzerbildung". "Blitzer" sind in der Reife zurückgebliebene, hellrote Beeren. Heirbei sind an den Beerenstielchen stiellähmeartige Nekrosen erkennbar. Teilweise werden auch ganze Traubenteile von Stiellähme erfasst.

 

(Quelle: Neuanlagen im Weinbau, des Südtiroler Beratungsringes für Obst- und Weinbau)