Lagrein

Lagrein ist eine alte Südtiroler Rebsorte. Sie wird hier im 14. Jh. erstmals erwähnt. Außerhalb Südtirols hat sie nur in der Nachbarregion Trentino eine geringe Verbreitung gefunden. Lagrein weißt große Ähnlichkeit mit der Trentiner Rebsorte Teroldego auf. Derzeit beträgt die Anbaufläche dieser Sorte in Südtirol bei 250-300 ha, im Trentino bei etwa 100 ha.

 

Lagen- und Bodenansprüche: Die beste Qualität liefert diese Sorte auf den Flussschottern der Talfer im Bozner Becken. Geeignet ist Lagrein weiters für zur Talsohle hin auslaufende Hangfußlagen bzw. insgesamt für warme Reblagen des Südtiroler Unterlandes. Tiefgründige, schottrige Böden sind zu bevorzugen.

 

Sorteneigenschaften und Erziehung: Lagrein ist eine starkwüchsige und reichtragende Sorte. Früher gefürchtete Ertragsausfälle durch starkes Verrieseln in der Blüte kommen heute, wohl durch die Ertragsbegrenzung und das intensiver selektioniertePflanzgut, kaum mehr vor. Dem hängenden Triebwachstum entsprechend, eignet sich die Sorte gut für Pergelerziehung. Positive Erfahrungen wurden aber auch mit der Spaliererziehung gemacht. Durch zeitiges Einstecken und Gipfeln kann der Tendez der Treiebe, sich flach in den Rahmen legen, etwas entgegengewirkt werden. Vorteilhaft scheint auch das Anschneiden von 2 Ruten pro Stock zu sein, da sich die Triebe dann gegenseitig etwas abspreizen. Für Lagrein auf Spalier spricht die gute und gleichmäßige Ausfärbung der Trauben, vor allem wenn Erträge um oder unter 100 dt/ha angestrebt werden. Bei höheren Ertragserwartungen ist die Pergelerziehung das geeignetere System.

 

Krankheitsanfälligkeit: Lagrein ist sowohl für Oidium als auch für Peronospora ziemlich anfällig. Beeren- oder Gescheinsbotrytis bereiten hingegen kaum Probleme. Auf Zikadenbefall achten.

 

(Quelle: Neuanlagen im Weinbau, des Südtiroler Beratungsringes für Obst- und Weinbau)