Cabernet Sauvignon

Cabernet Sauvignon, sie Hauptsorte des Bordeaux, ist wie Blauburgunder eine hoch geschätzte, alte Rotweinsorte. Neuere Untersuchungen zufolge soll Cabernet Sauvignon eng mit dem Weißen Sauvignon und mit Cabernet Franc verwandt sein. In Frankreich hat sich die Anbaufläche dieser Sorten in den letzten Jahren vervierfacht und liegt derzeit bei über 40.000 ha. Auch in vielen anderen Weinbauländern der Welt, vor allem in Chile, Kalifornien, Rumänien, Südafrika, Australien u.a., hat Cabernet in letzter Zeit eine große Verbreitung gefunden. Die Südtiroler DOC-Anbaufläche für Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc beträgt derzeit ca 90 ha.

 

Lagen- und Bodenansprüche: Cabernet Sauvignon reift etwa 2-3 Wochen nach Blauburgunder. In Südtirol braucht die Sorte die wärmsten Lagen bis etwa 400-450 m Meereshöhe. In Frage kommen nur sehr gut exponierte Flächen mit langer Sonnenscheindauer. Zu achten ist weiters auf nicht zu schwere, gut dränierende, warme Böden.

 

Soteneigenschaften und Erziehung: Cabernet Sauvignon zeichnet sich durch kräftiges Wachstum, aufrechte Triebentwicklung und gute Holzreife aus. Die Sorte eignet sich seht gut für Spalier, während bei Pergelerziehung durch die stärkere Traubenbeschattung meist ein höherer Stiellähmebefall zu verzeichnen ist. Ruten- und auch Zapfenschnitt sind möglich, wobei Zapfenschnitt im Einzelfall, besonders bei starkem Wachstumund in hohen Lagen, zu stärkerem Verrieseln führen kann. Bei Rutenschnitt ist der Austrieb im mittleren Triebbereich oft schlecht. Vor allem in jüngeren Anlagen ist in vielen Jahren ein mehr oder minder großer Anteil an blinden Augen zu beobachten.

 

Krankheitsanfälligkeit: Die Anfälligkeit für Peronospra, Oidium und Beerenbotrytis ist unterdurchschnittlich. Zu achten ist auf Gescheinsbotrytis und auf Zikaden. In einigen Lagen bereitet die Stiellähme beachtliche Probleme. Nach dem Farbumschlag, oft bei bereits fortgeschrittener Reife, kommt es zum Vertrocknen ganzer Traubenteile, wobei nicht selten ein hoher Prozentsatz der Trauben betroffen ist. Vorbeugend ist in Cabernetanlagen daher auf ein ausgeglichenes Wachstum, gute Belichtung der Trauben zur Blüte, gute Magnesium- und nicht zu hohe Kaliumversorgung sowie auf ausreichenden Kalkgehalt im Boden zu achten.Das Entfernen von viel Blattmasse in einem Arbeitsgang und stärkere Stickstoffschübe können sich ebenfalls stiellähmeförderdernd auswirkenund sich daher möglichst zu vermeiden. Die Unterlage SO4 soll die Neigung zu Stiellähme fördern und wird daher mit Cabernet s. nicht empfohlen.

 

(Quelle: Neuanlagen im Weinbau, des Südtiroler Beratungsringes für Obst- und Weinbau)