Cabernet Frank

Bei dieser Sorte sind zwei verschiedene Typen zu unterscheiden: zum einen der in Italien und auch in Südtirol traditionell als Cabernet franc verbreitete Typ. Neuerdings wird angenommen, es handle sich dabei um die Sorte Carmenere. Zum anderen gibt es den klassischen, französischen Cabernet franc. Diese beiden Typen lassen sich nach ihrem Erscheinungsbild, dem Reifeverhalten und vor allem bezüglich ihrer Weinqualität eindeutig voneinander abgrenzen. Cabernet franc französischen Typs ist ein wichtiger Verschnittpartner vieler Bordeauxweine, da er diesen Frucht und Körper verleihen und andererseits ihren strengen Charakter etwas mindern soll. Die typischen grasigen Aromanoten des Cabernet frank - Carmenere sind im französischen Typ weit weniger intensiv vertreten.

Cabernet frank stammt vermutlich wie Cabernet Sauvignon aus dem Bordeauxgebiet und gehört seit Jahrhunderten zu den traditionellen Rebsorten vieler französischen Weinbaugebiete. Die Anbaufläche dieser Sorte ist in Frankreich in den letzten Jahrzehnten ebenfalls stark angestiegen und liegt derzeit bei über 30.000 ha. Die Sorte ist weltweit in vielen Weinbauländern vertreten.

 

Lagen- und Bodenansprüche: Traditionell ist Cabernet franc bei uns vor allem im Unterland, in der Talsohle oder in zur Talsohle auslaufenden Hangfußlagen vertreten. Mit dem französischen Sortentyp gibt es derzeit nur wenig Erfahrung vor Ort. Bekannt ist, dass sich dieser im Vergleich zu Cabernet Sauvignon besser für kühleres Klima eignet. Die Sorte scheint empfindlich auf Trockenstess zu reagieren.

 

Sorteneigenschaften und Erziehung: Der italienische Typ bringt bei kräftigem Wachstum eher unregelmäßige Erträge, zur Ernte werden nur mittlere Zuckerwerte bei niedrigen Gesamtwerten erzielt. Französischer Cabernet frank erzielt deutlich höhere Zuckerwerte und auch die Säurewerte fallen weniger rasch ab. Beide Typen eignen sich gut für die Spaliererziehung.

 

Krankheitsanfälligkeit: Die Sorte ist nicht besonders anfällig für Oidium, Peronospora und Botrytis. Auf Zikaden ist zu achten. Die Stiellähmeanfälligkeit ist etwas weniger ausgeprägt als bei Cabernet Sauvignon.

 

(Quelle: Neuanlagen im Weinbau, des Südtiroler Beratungsringes für Obst- und Weinbau)