Blauburgunder

Blauburgunder oder Blauer Spätburgunder ist die Rebsorte der bekannten Burgunderweine und gehört zu den ältesten und geschätztesten Rotweinsorten der Welt. Die größte Verbreitung hat die Sorte in Frankreich gefunden, wo sie heute eine Anbaufläche von gut 23.000 ha einnimmt. Deutschland besitzt eine Anbaufläche von etwa 7.000 ha, die Schweiz ca. 4.500 ha, Nordamerika etwa 4.000 ha. Weiters ist Blauburgunder in Australien,Südafrika und in vierlen anderen Weinbauländern vertreten. In Südtirol wird Blauburgunder derzeit auf 244 ha Rebfläche angebaut.

 

Lagen- und Bodenansprüche: Blauburgunder reift vor Vernatsch und eignet sich in Südtirol für mittelhohe Lagen, etwa zwischen 400-600 m ü.d.M In sehr warmen Lagen unseres Anbaugebietes setzt bei dieser Sorte die Terfe sehr früh ein. Das Ergebnis sind farb- und säurearme, rasch alternde Weine. Außerdem ist in solchen Lagen die Anfälligkeit für Botrytis und Essigfäule sehr hoch. Blauburgunder gehört daher unbedingtin mettelhohe, gut exponierte, luftige Lagen. Nicht zu leichte, kalkhaltige Böden sind zu bevorzugen.

 

Sorteneigenschaften und Erziehung: Blauburgunder eingnet sich sehr für Spaliererziehung. Im Vergleich zur Pergelerziehung trocknen die Trauben nach Niederschlägen schneller ab und leiden daher weniger unter Botrytis. Hochwertige Weine erzielt man mit dieser Sorte im allgemeinen nur bei mäßiger Wuchsstärke und niedrigen Erträgen. In Neuanlagen sind daher höhere Pflanzdichten von etwa 6000 - 7000 Reben pro Hektar sinnvoll. Wie bei allen Burgundersorten ist eine Tendenz zu eher flachem Treibwachstum gegeben. Zapfenschnitt ist möglich, kann aber im Einzelfall zu geringeren Erträgen und zu etwas größeren Ertragsschwankungen von Jahr zu Jahr führen.

 

Krankheitsanfälligkeit: Die Anfälligkeit gegenüber Peronospora und Oidium ist eher unterdurchschnittlich. Hauptproblem der Sorte ist die starke Botrytisanfälligkeit. In unserem Klima kommt es während der Blüte kaum zum Verrieseln. Selbst bei schwachen Wachstum sind die Trauben durchwegs sehr kompakt. Auf Zikadenbefall ist zu achten.

 

(Quelle: Neuanlagen im Weinbau, des Südtiroler Beratungsringes für Obst- und Weinbau)